BRONZE- UND EISENZEITLICHE ENTDECKUNGEN IN DER WÜSTE TAKLAMAKAN

Ayala Mazar zwei Holzfiguren

Illustriertes Referat von Dr. Christoph Baumer

16:30 – 18:00, 19. Mai 2010

Raum KO2 F-175
Karl Schmid-Strasse 4
Universität Zürich

Die V. schweizerisch-chinesische Taklamakan Expedition, geleitet von Dr. Christoph Baumer, hat im Zentrum der Wüste Taklamakan, Autonome Region Xinjiang, China, eine dort unbekannte Kultur der Bronzezeit aus dem 2. Jahrtausend v. Chr. entdeckt.

In einem seit mehr als zwei Jahrtausenden versiegten und von hohen Sanddünen überdeckten Flussdelta fand die Expedition einen Friedhof aus der Frühen Eisenzeit (1200-900 v. Chr.), eine befestigte Siedlung aus der Mittleren Bronzezeit (1500-1200 v. Chr.) und ein Grabfeld aus der Frühen bis Mittleren Bronzezeit (2000-1200 v. Chr.). Die Letztere weist auffallende Parallelen zum 2002-2005 ausgegrabenen, 600 km weiter östlich liegenden Friedhof von Xiaohe aus der Frühen Bronzezeit auf.

Die Entdeckung der Ayala Mazar genannten Nekropole legt den Schluss nahe, dass sich vor rund 3500 Jahren über eine Distanz von 600 km in der Wüste Taklamakan ein homogener Kulturhorizont der Bronzezeit erstreckte, der sich nicht, wie bisher angenommen, auf das kleine Gebiet um Xiaohe im Nordwesten der benachbarten Wüste Lop Nor beschränkte.